Wo hört der Job auf und fängt das Privatleben an?

Auf Social Media verschwimmen die Grenzen

Bei immer mehr Jobs gehört die Präsenz – und somit auch die Aktivität – auf sozialen Netzwerken dazu. Allen Netzwerken voran natürlich Facebook. Das gilt für viele jedoch noch immer als privat, wo man mit seinen Freunden verbunden ist. – Aber was, wenn der Chef einem eine Freundschaftsanfrage stellt? Was, wenn man für seinen Job in Facebook-Gruppen aktiv sein muss. Wo sind die Grenzen? Braucht, wer sowieso freiwillig 24 Stunden am Tag mit seinem Smartphone online ist, überhaupt noch Grenzen in der digitalen Welt?

Facebook unterscheidet Seiten und Profile

Für Businesszwecke gibt es auf Facebook (Unternehmens-) Seiten. Mit ihnen und speziell mit dem Businessmanager kann man die Aktivitäten besser koordinieren und den Erfolg messen. Profile sind dagegen jeweils einer Person zugeordnet. Nur Profile können Gruppen beitreten.

Wer eine (Unternehmens-) Seite betreut und dafür auch Gruppen beitreten möchte, muss dies folglich mit seinem (Privat-) Profil tun. Bei beruflichen Aktivitäten in Gruppen mischen sich somit die Ebenen. Selbst auf den Businessnetzwerken XING oder auf LinkedIn tauschen sich in Gruppen nur Personen aus.

Kann man überhaupt noch Grenzen setzen?

Grundsätzlich kann man immer Grenzen setzen. Eine Möglichkeit der strikten Trennung, besteht darin, zwischen Business-Netzwerken wie XING und LinkedIn und den sogenannten privaten Netzwerken wie Facebook, etc. zu trennen. Wer mit seiner Arbeit nicht in die Unternehmens-Kommunikation auf sozialen Netzwerken involviert ist, der kann diese Trennung gut durchführen. Dabei hilft folgendes Vorgehen:

1. Tipp: Melde dich auf einem Business-Netzwerk wie XING oder LinkedIn an.

XING ist tendenziell für den deutschsprachigen Markt wichtiger. LinkedIn ist international ausgerichtet. Ideal ist natürlich die Präsenz auf beiden Netzwerken, sofern du deine Profile auch pflegst. Veraltete und nicht regelmäßig besuchte Profile schaden dir mehr, als dass sie dir nützen.

2. Tipp: Vernetze dich mit Geschäftskontakten auf Business-Netzwerken

Bekommst du eine Freundschaftsanfrage von einem Geschäftskontakt auf Facebook, verknüpfe dich auf einem Business-Netzwerk mit ihm, wenn du Facebook nur privat nutzen willst. Indem du ihn auf XING oder LinkedIn mit einer Nachricht kontaktierst, kannst du auf seine Freundschaftsanfrage auf Facebook verweisen und erklären, dass du dich „hier“ gerne mit ihm vernetzt.

Das gilt auch für eine Freundschaftsanfrage von deinem Chef. Die Teilnahme an Social Media Aktivitäten kann von deinem Arbeitgeber übrigens auch nicht eingefordert werden.

Als Sprachrohr des Unternehmens ist die Trennung schwierig

Bist du bei deiner Arbeit in die Unternehmenskommunikation eingebunden, wird eine Trennung deutlich schwieriger. Nahezu jedes Unternehmen ist auf Facebook vertreten. Die Möglichkeit in Facebook-Gruppen direkt mit der eigenen Zielgruppe kommunizieren zu können, wird deshalb von vielen Unternehmen genutzt. Verständlich. Man tummelt sich in den Gruppen quasi mitten in seiner Zielgruppe und bekommt ein gutes Gespür für ihre Interessen und Probleme – aber eben nur mit dem „privaten“ Profil.

So besteht bei Community Managern die Facebook-Freundesliste aus einem wilden Mix aus privaten und beruflichen Kontakten. Wer dennoch eine Trennung von beruflichen und privaten Aktivitäten auf sozialen Netzwerken anstrebt kann seine „Freunde“ in Listen einteilen und so jeden Kontakt einer individuell erstellten Liste (enge Freunde, Freunde, Familie, Arbeit, Verein, etc.) zuordnen.

Dadurch wird ein Post auch lediglich den Menschen zugänglich, für die der Post bestimmt ist. Man sollte jedoch wissen, dass in der Vergangenheit schon öfter „aus Versehen“ die Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook aufgehoben waren. Aus diesem Grund sollte man Posts zu eventuell heiklen Themen vermeiden.

Und die vielen CEOs und Selbständigen dieser Welt?

Sie nutzen ihre „privaten“ Profile oft auch um Geschäftskontakte zu knüpfen und zu pflegen und kommunizieren Berufliches mit einer Prise Mensch. Das macht durchaus Sinn. Auch im B2B-Kontext arbeiten ja Menschen. Und Menschen wollen nicht immer nur Fakten, Zahlen und Argumente, sondern man erreicht sie, zumindest unbewusst, sehr gut auf der emotionalen Ebene.

Wer auf Facebook neben beruflich Relevantem auch anderes öffentlich teilt, präsentiert die eigene Persönlichkeit stärker. Dadurch erscheint die Arbeit auch in einem ganzheitlicheren Kontext. Da ist nicht nur ein Geschäftsmann, der über Geschäftliches kommuniziert, sondern durch geteilte und kommentierte Inhalte erhält man auch Einblick welche Geisteshaltung und Persönlichkeit dahinter steckt.

Die Bandbreite welches Ausmaß die Facebook-Aktivitäten dann erreichen ist groß. Sie reicht vom Kommentieren branchenspezifischer Nachrichten, über Einblicke in den eigenen Arbeitsalltag, die auf der offiziellen Facebook-Unternehmensseite nicht erscheinen würden, bis hin zu Posts aus dem Privatleben.

Ist eine Trennung überhaupt wichtig?

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, inwiefern er berufliche und private Aktivitäten auf den sozialen Netzwerken trennen möchte und ob das bei seinem Job überhaupt geht. Grundsätzliche Frage ist, ob es einem gut geht mit einer Vermischung. Ein wichtiges Kriterium ist deshalb die eigene Bewertung.

Belastet es dich „nach Dienstschluss“ abends auf Facebook mit Beruflichem konfrontiert zu werden und Freundschaftsanfragen von Geschäftskontakten zu erhalten? Fühlst du dich beeinträchtigt in deinen privaten Aktivitäten auf Facebook?

Wenn ja, dann solltest du wohl dein Berufs- von deinem Privatleben strikter trennen. Ein paar Möglichkeiten dafür wurden bereits vorgestellt. Man kann sich auch ein weiteres Facebook-Profil ohne Klarnamen zulegen, das man privat nutzt – wenngleich Facebook das definitiv nicht will!

Problematisch ist es auch dann, wenn du selber keine Grenzen setzen kannst. Wenn du auch nach der Arbeit permanent bemüht bist nichts Berufliches zu verpassen, sogar in den Business-Account wechselst und nicht mehr abschalten kannst. Wer in seinem Job aufgeht und sich dafür auch privat begeistert und informiert, der tut das sowieso und der trennt nicht groß.

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