Recruiting-GlossarDie Anfangsbuchstaben des Alphabets - sie stehen für unser Glossar, das Recruiting-Schlagworte erklärt.

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Facebook Recruiting – Potentielle Bewerber über Facebook erreichen

Welche Möglichkeiten bietet Facebook mittlerweile für das Recruiting? Der Artikel gibt Einblick in die Bereiche Facebook Jobs, Facebook Kampagnen, Employer Branding und Facebook Gruppen.

Als Facebook Recruiting bezeichnet man die Nutzung von Facebook für die Personalsuche. Facebook Recruiting ist somit Teil des Social Media Recruitings, das sämtliche soziale Netzwerke umfasst. Dass es mittlerweile einen eigenen Begriff hat, zeigt seine Bedeutung und dass der blaue Riese fester Bestandteil moderner Personalsuche ist.

Warum eignet sich Facebook für das Recruiting?

Facebook ist noch immer das am stärksten wachsende und meist genutzte soziale Netzwerk. Es wird permanent weiterentwickelt und erschließt sich nach und nach neue Bereiche. So wurde auch das enorme Potential, das die Plattform für das Recruiting enthält, erkannt und mit Facebook Jobs sogar ein eigenes Produkt entwickelt. 2017 startete es in den USA und 2018 in Deutschland.

Was sind die Vorteile von Facebook Recruiting?

  • Passive und latent wechselwillige Kandidaten werden erreicht
  • Sehr große Reichweite
  • Sehr gutes (Re-) Targeting bei Kampagnen
  • Diverse Tracking-Möglichkeiten
  • Einfache und schnelle Bewerbungsmöglichkeit
  • Kostengünstig
  • Verbessert die Candidate Experience und die Candidate Journey
  • Perfekte Plattform für Storytelling und Employer Branding
  • Echtzeitkommunikation durch Facebook-Messenger möglich

Wie kann ich Facebook für das Recruiting nutzen?

  1. Facebook Jobs – Von der Fanpage Stellenanzeigen posten

Auf Facebook legt man als Privatperson ein Profil an, als Unternehmen eine Seite. Diese wird auch Fanpage oder Unternehmensseite genannt. Eine Seite kann Follower und/oder Abonnenten generieren. Diese bekommen die geposteten Beiträge ihrer gelikten Seiten in ihrem Feed angezeigt.

Schon immer konnte man als Unternehmen auch eine Stellenanzeige posten, d. h. auf Facebook einen Link zu einer Stellenanzeige auf der eigenen Karriereseite posten. Dieser konnte auch schon immer kostenpflichtig beworben werden. Im Mai 2018 ist Facebook dann auch ganz offiziell in den Recruiting-Markt in Deutschland eingestiegen.

Mit Facebook Jobs können seitdem Stellenanzeigen auch direkt in Facebook erstellt werden. Die Anzeigen erscheinen im Marketplace und auf der eigenen Unternehmensseite, die nun den zusätzlichen Reiter „Jobs“ hat. Diese Job-Postings können ebenfalls kostenpflichtig beworben werden. Man spricht dann von Job-Ads.

Mit dem Erstellen und dem Posten ist es bei Facebook Jobs jedoch nicht getan. Jobinteressenten können sich auch direkt über Facebook bewerben. Recruiter haben zudem die Möglichkeit nach Bewerbungseingang den Bewerber über Facebook zu kontaktieren oder ihm direkt einen Vorstellungsgesprächs-Termin zu schicken.

Vorteile

  • Die Stellenanzeigenerstellung und -veröffentlichung ist kostenlos und Stellenanzeigen erscheinen automatisch im Feed der Follower und Fans.
  • Um eine größere Reichweite zu erlangen, ist eine kostenpflichtige Bewerbung durch eine Kampagne zusätzlich möglich. Ein Vorteil davon ist, dass die Anzeige zielgruppengenau ausgesteuert werden können. Man nennt das Targeting.
  • Ein Jobinteressent kann sich (wenn Facebook Jobs verwendet wird) direkt aus Facebook heraus bewerben, was den Bewerbungsvorgang vereinfacht und beschleunigt. Zudem kann auch die Kommunikation zwischen Recruiter und Jobinteressent über Facebook erfolgen. All dies wirkt sich positiv auf die Candidate Experience und die Candidate Journey aus.

Nachteile

  • Facebook hat in den letzten Jahren die organische (= kostenfreie) Reichweite von Seiten stark eingeschränkt, deshalb ist es falsch anzunehmen, dass allen Fans und Followern sämtliche Posts und somit auch Stellenanzeigen der gelikten Seiten angezeigt werden.
  • Recruiter müssen zusätzlich zur Stellenanzeigenerstellung für ihre Karriereseite und für Jobbörsen in Facebook die Stellenanzeige erstellen, um die Vorteile von Facebook Jobs nutzen zu können. Dies gilt jedoch nicht für GermanPersonnel. GermanPersonnel-Kunden haben den Vorteil direkt aus der Software PERSY heraus Stellenanzeigen auch auf Facebook gepostet werden können.
  • Da Facebook ein privates Netzwerk ist, haben wenig User ihre beruflichen Angaben dort so hinterlegt, wie man das in einem Lebenslauf erwartet und einem potentiellen Arbeitgeber mitteilt. Die von Facebook automatisch gezogenen Bewerberdaten müssen sicherlich in den meisten Fällen noch manuell bearbeitet und ergänzt werden, bevor man sich bewirbt.
  • Nicht jede Zielgruppe kann man gleichermaßen gut über Facebook erreichen. Facebook Recruiting macht nur Sinn, wenn man seine Zielgruppe genau kennt und diese auch auf Facebook vertreten ist. Andernfalls kann man auch auf Facebook mit kostenpflichtiger Bewerbung sein Recruiting-Budget sinnlos verbrennen.
  1. Recruiting Kampagnen

Wie im vorangegangen Abschnitt bereits erwähnt, können Stellenanzeigen-Posts auch kostenpflichtig beworben werden. Dies kann ohne großen Aufwand passieren, indem man auf „Beitrag bewerben“ klickt, jedoch können dann nur wenige Einstellungen vorgenommen werden. Deshalb empfiehlt es sich über den Business Manager eine eigene Kampagne zu erstellen.

Die Vorteile sind nahezu unschlagbar, weshalb sich Recruiting-Kampagnen auch großer Beliebtheit erfreuen, immer vorausgesetzt, dass die Zielgruppe klar definiert und auch auf Facebook vertreten und aktiv ist. Ausführliche Informationen zu Recruiting Kampagnen auf Facebook gibt es in unserer Case Study „Facebook Kampagnen“. Sie stellt einen Kunden-Case von den theoretischen Überlegungen und Zielen der Recruiting-Kampagne über die einzelnen Schritte der Erstellung bis hin zur Auswertung der Kampagne vor.

  1. Die Unternehmensseite fürs Employer Branding nutzen

Die meisten Unternehmen haben heutzutage eine Seite auf Facebook. Diese Seite kann auch das Ziel verfolgen die eigene Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen, also das Employer Branding. Sich als attraktiven Arbeitgeber darzustellen wird für die Personalsuche immer wichtiger. Bewerber können heutzutage oftmals zwischen vielen Jobangeboten wählen und was liegt da näher, als bei der Jobwahl neben fachlichen Kriterien auch das Arbeitsumfeld (Arbeitsplatz, Unternehmenskultur, etc.) zu berücksichtigen.

Auf Facebook kann sich ein Unternehmen ganz anders präsentieren. Oft wird der User hier sogar geduzt, auch wenn er in der sonstigen Unternehmenskommunikation gesiezt wird. Hintergründe in den Arbeitsalltag und Firmenevents mit Fotos und Geschichten der echten Mitarbeiter geben hier potentiellen Bewerbern einen Einblick ins Arbeitsleben. Auf Facebook darf es nicht nur menscheln, es muss menscheln. Kein Content wird so gerne gesehen und geteilt wie emotionale Fotos und bewegende Stories.

Die Unternehmenspräsenz auf Facebook kann verschiedene Ziele verfolgen. Im Mittelpunkt steht meistens Reichweitenaufbau, Markenbekanntheit und zum Teil auch der direkte Verkauf über bezahlte Kampagnen. Employer Branding erfolgt eher unter ferner liefen.

Selbst wenn das Ziel der Unternehmenspräsenz auf Facebook nicht Employer Branding ist, so sollte dies trotzdem immer im Hinterkopf behalten werden und Infos, die potentielle Kandidaten interessieren könnten, unbedingt eingepflegt werden. Jobsuchende informieren sich heute auch über Social Media über ihre künftigen Arbeitgeber.

Marken, die ihr Employer Branding dagegen bewusst in den Fokus rücken wollen, setzen meist eine gesonderte Fanpage auf. Ein schönes Beispiel dafür ist Porsche. Sie haben neben ihrer Unternehmensseite @porsche zusätzlich die Seite @porschekarriere. Da jede Social Media Präsenz gut gepflegt werden muss, lohnt sich dies nur, wenn genug personelle Ressourcen und ausreichend Content dafür zur Verfügung stehen. Porsche bietet Jobsuchenden hier einiges, ein Blick auf ihre Facebook Karriereseite lohnt sich deshalb.

  1. In Facebook-Gruppen auf potentielle Kandidaten treffen

Es gibt auf Facebook unzählige Gruppen, denen mittlerweile auch Unternehmensseiten beitreten können. Manche sind öffentlich, andere geschlossen. Kennzeichen von Gruppen sind – und das ist zugleich der große Vorteil von ihnen – ein gemeinsames Thema. In unserem Fall hier ist es die Personalsuche.

So kann man beispielsweise nach „Jobs“ suchen und sich „Gruppen“ anzeigen lassen. Hier sieht man auf den ersten Blick, dass es gefühlt unzählige gibt. Die meisten haben einen lokalen oder regionalen Bezug, andere einen fachlichen wie „Jobs für Rechtsanwaltsfachangestellte“,„Remote Work“,„Jobs for Moms“ oder „Gastro Jobs“. Manche Gruppen richten sich nur an bestimmte Zielgruppen, wie Auszubildende oder Studenten.

Diese Job-Gruppen sind somit eine weitere Möglichkeit an seine Wunschkandidaten heranzutreten, indem die eigenen Jobangebote gepostet werden. Darüber hinaus gibt es meist keinen Austausch in diesen Gruppen. Als Unternehmen eine eigene Gruppe nur für Stellenanzeigen zu erstellen und dauerhaft zu pflegen lohnt sich jedoch nicht.

Der eingangs beschriebene Vorteil von solchen Job-Gruppen ist, dass man ohne Kosten sie Stellenanzeige in einem Umfeld präsentiert, in dem man auf seine Zielgruppe trifft. Auf regionale Gruppen trifft dies natürlich weniger zu, als auf fachliche. Gleichzeitig konkurriert man jedoch mit vielen weiteren Job-Postings.

Auch nicht zu vergessen ist, dass die Halbwertzeit einer Stellenanzeige im Feed einer Gruppe davon abhängt, wie viel gepostet wird. In aktiven Gruppen kann sie schon innerhalb von einem Tag so weit nach unten im Feed gerutscht sein, dass sie niemand mehr sehen wird. Ob sich das Posten einer Stellenanzeige in einer Facebook-Gruppe lohnt, hängt auch immer von der Zielgruppe ab. Entwickler wird man unwahrscheinlich über eine Facebook-Gruppe rekrutieren können.

Was muss man beachten, wenn man Facebook fürs Recruiting nutzen will?

Unternehmen sollten über eine eigene Fanpage verfügen. Von Profilen kann man nicht kostenpflichtig werben und auch nicht Facebook Jobs nutzen. Wer Recruiting Kampagnen starten möchte, also Stellenanzeigen kostenpflichtig bewerben will, sollte sich zudem auch den Business Manager einrichten. Mit seiner Hilfe kann man Kampagnen optimal aussteuern und analysieren.

Neben diesen technischen Voraussetzungen ist die regelmäßige Kanalpflege (aktuelle Unternehemens-Infos, neue Beiträge, Reaktion auf Interaktionen) sehr wichtig, insbesondere, wenn das Augenmerk auch auf dem Employer Branding liegt und nicht nur als Werbeplattform für kostenpflichtige Anzeigen gesehen wird. Eine Fanpage mit möglicherweise veraltetem Logo, auf der der letzte Post 6 Monate zurückliegt und die überhaupt wenig ansprechenden Content bietet, wird beim interessierten User keinen guten Eindruck hinterlassen.

Für wen ist Facebook Recruiting sinnvoll?

Wenn man weiß, dass seine Zielgruppe auf Facebook aktiv ist, dann sollte man die Nutzung von Facebook unbedingt in seine Recruiting-Maßnahmen aufnehmen. Bei GermanPersonnel sprechen wir immer gerne vom Recruiting-Mix. Um ausreichend qualifizierte Bewerber zu generieren, damit Vakanzen erfolgreich besetzt werden können, reicht ein Kanal nicht mehr aus. Somit ist Facebook Recruiting nicht das alleinige Allheilmittel für das Recruiting-Dilemma, von dem so viele aktuell sprechen, aber eben ein entscheidender Baustein.

Facebook sieht leicht aus, ist es aber nicht. Facebook wäre nicht seit Jahren so erfolgreich und erfindet sich auch immer wieder neu, wenn nicht eine ausgeklügelte, hoch komplexe Technologie dahinter stecken würde. Mit „nebenher mal kurz Stellenanzeigen auf Facebook posten“, ist es nicht getan. Nur wer bereit ist sich tiefergehender mit Facebook zu beschäftigen, wird dort auch Erfolg haben. Bevor man in wilden Aktionismus verfällt, ist es ratsam sich strategische Gedanken zu machen und evtl. auch von Anfang an mit Experten zusammen zu arbeiten.

GermanPersonnel hat die Bedeutung von Facebook fürs Recruiting erkannt und arbeitet eng mit Facebook zusammen. Als erster offizieller Facebook Jobs Partner in Deutschland haben wir sogar eine Schnittstelle zu Facebook Jobs, so dass unsere Kunden direkt aus unserer Recruiting Software PERSY heraus ihre Stellenanzeigen auch dort posten können. Dies ist eine enorme Zeitersparnis für Recruiter.

Welche Kandidaten erreicht man über Facebook?

Diese Frage ist zwar nahe liegend, wird uns auch immer wieder gestellt und schließt sich direkt an die vorangehende Frage an. Wir werden jedoch an dieser Stelle nicht sagen: Handwerker, ungelernte Lagerarbeiter und kaufmännische Sacharbeiter ja, Ingenieure, technische Ausbildungsberufe und Monteure nicht. Warum?

Facebook Recruiting macht nicht nur dann Sinn, wenn die eigene Zielgruppe auf Facebook vertreten und aktiv ist, sondern auch, wenn man die eigene Zielgruppe wirklich kennt und versteht. Wir empfehlen deshalb das Thema Zielgruppen kleinteiliger zu sehen und mit Personas zu arbeiten. Eine Persona kann dann der 34-jährige Markus aus Helmstedt sein, der sich als kaufmännischer Angestellter beruflich verändern möchte.

Markus ist konkret. Man kann sich genau überlegen was ihn beschäftigt, wer seine (beruflichen) Entscheidungen maßgeblich beeinflusst, was seine (beruflichen) Ziele und Visionen sind und entsprechend Botschaften ableiten, mit denen man ihn zu einer Bewerbung bewegt. Eine Stellenanzeige mit dem zu Markus passenden Jobtitel, die in seinem Feed erscheint, hat man ihn noch längst nicht gewonnen.

Wie muss die Stellenanzeige aufgebaut sein, welche Infos müssen enthalten sein und mit welchem Foto und welchen Botschaften holt man Markus emotional ab? Wenn das klar ist, dann kann man auf Facebook erfolgreich werben. Nirgends sind Emotionen wichtiger, als auf Social Media. Hier ist man zur Unterhaltung, hier klickt, wessen Interesse geweckt wurde, wer emotional abgeholt wurde.

Die Bedeutung der richtigen Botschaften im richtigen Wording gilt ganz besonders für passive und latent wechselwillige Kandidaten, denn sie interessieren sich ja eigentlich nicht für Stellenanzeigen und suchen nicht danach. In ihrer Timeline zu erscheinen, ihre Aufmerksamkeit zu erregen und dann auch noch emotional abzuholen, damit sie sich mit dem Jobangebot beschäftigen, das ist sicherlich eine der Königsdisziplinen im Recruiting. Also, lernen Sie Ihre Zielgruppe ganz genau kennen, arbeiten sie mit Personas und dann werden Sie wissen, für welche Vakanzen sich Facebook Recruiting lohnt und welche Ihrer Personas Sie auf Facebook erreichen können.