Bewerbung ohne Anschreiben

Die Zukunft des Recruitings?

Große deutsche Unternehmen machen es bereits vor – die Bewerbung ohne Anschreiben. Ob Otto, Rossmann oder die Deutsche Bahn. Immer mehr Unternehmen akzeptieren Bewerbungen ohne Anschreiben.

Eine 2016 durchgeführte Studie von Indeed hat gezeigt, dass die Hälfte aller Befragten, während des Bewerbungsprozesses, am meisten von der Anfertigung des Anschreibens genervt sind. Daraus resultiert die Frage, ob ein Anschreiben in Zukunft wirklich noch notwendig ist – in einem Markt, der eindeutig vom Bewerber dominiert wird.

Warum verzichten Personaldienstleister auf das klassische Anschreiben?

In einem Bewerbermarkt ist das oberste Ziel so viele Bewerbungen wie möglich zu generieren, um die ausgeschriebene Stelle optimal besetzen zu können. Je komplizierter der Bewerbungsprozess ist, desto weniger Bewerbungen gehen letztendlich ein. Aus diesem Grund liegt es Recruitern am Herzen die Candidate Journey so einfach und angenehm wie möglich zu gestalten. Und wie funktioniert das besser, als eine Hürde nach der anderen abzubauen.

War es vor rund 20 Jahren noch das postalische Versenden der Bewerbung, so ist es heute das Bewerbungsanschreiben, welches langsam aber sicher der Vergangenheit angehört.

Dass Personaldienstleister oft keinen Mehrwert aus den Anschreiben ihrer Bewerber ziehen könne, ist allseits bekannt. Als qualitativ schlecht und nichtssagend werden Anschreiben heutzutage oft bezeichnet, zumal die Schreibfähigkeiten eines Bewerbers oft nichts über dessen Qualifikation aussagen. Das persönliche Gespräch sagt in der Regel deutlich mehr über einen Bewerber aus, als eine schriftliche Auflistung von typischen Floskeln.

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Alternativen zum Anschreiben

Nur weil Anbieter wie Rossmann und Otto auf das klassische Anschreiben verzichten, bedeutet das noch lange nicht, dass hier ein Lebenslauf und Zeugnisse genügen, um sich als Bewerber ausreichend zu präsentieren.

So greift das Versandhaus Otto darauf zurück seine Bewerber im Bewerbungsprozess Motivationsfragen, als Ersatz für das Anschreiben, zu stellen. Diese lauten “Warum du?” und “Warum dieser Job”.  Über die entsprechenden Antworten soll ein Eindruck von der Persönlichkeit des Bewerbers gewonnen werden. Außerdem soll diese “Art des Anschreiben” die Möglichkeit bieten, Jobwechsel oder Quereinstiege zu erklären.

Ob diese Art und Weise der Bewerbung letztendlich nicht noch mehr Arbeit bedeutet, als das Anpassen eines Anschreibens, muss jeder Bewerber für sich selbst entscheiden.

Motivationsfragen bei otto.de

In einer kreativen Zeit wie der heutigen sind auch Bewerbungsformen wie die Videobewerbung denkbar, um seinem vielleicht zukünftigen Arbeitgeber von sich zu überzeugen. Oftmals können hier deutlich mehr Informationen wiedergegeben werden, als es über das klassische Anschreiben möglich ist.

Allerdings ist der Aufwand noch größer. Welche Form die geeignetste ist, ist von Bewerber zu Bewerber unterschiedlich und hängt vom jeweiligen Stellenangebot ab.

Die einfachste Variante ist die One-Click Bewerbung.

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One-Click-Bewerbung

Der Traum eines jeden Bewerbers ist wohl die One-Click-Bewerbung. Den meisten ist sie von Karrierenetzwerken wie XING oder LinkedIn bekannt. Dabei kann sich ein Interessent auf viele Stellenanzeigen mit nur einem Klick bewerben. Die im Profil des Kandidaten hinterlegten Informationen werden dem Arbeitgeber, in Form eines virtuellen Lebenslaufs, zugesendet und machen das Anschreiben dadurch überflüssig.

Von Vorteil ist hierbei die enorme Zeitersparnis. In kürzester Zeit kann eine Vielzahl an Bewerbungen versendet werden und das auch von unterwegs auf dem Smartphone. Allerdings ist es für einen Kandidaten oft schwierig, Individualität zu zeigen. Trotzdem sollte jedes Unternehmen, das dem Bewerbermangel trotzen will, über diese Art der Bewerbung nachdenken. Denn die Zukunft ist nunmal eine mobile, in der kurze Kommunikationswege und Bequemlichkeit an erster Stelle stehen.

Bewerben über Xing in PERSY Stellenanzeigen

Fazit: Das Anschreiben verliert an Bedeutung

Würde das Potenzial der One-Click Bewerbung völlig ausgeschöpft, könnte sie das klassische Anschreiben voll und ganz  ersetzen. Dem Bewerbermangel würde diese Art und Weise der Bewerbung mit Sicherheit entgegen wirken. Speziell Zeitarbeitsunternehmen können mit einem deutlich höheren Bewerbereingang rechnen, gäben sie Interessierten die Möglichkeit sich ohne großen Aufwand zu bewerben. 

Als Arbeitgeber sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass ein Lebenslauf deutlich mehr über die Qualifikationen eines Bewerbers aussagt, als seine Fähigkeit ein Anschreiben zu verfassen.

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